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10. Februar 2026 von Richard Forsthofer
Flucht aus Geldwerten

Anleihen und vor allem Staatsanleihen galten lange als stabiler Anker im Portfolio. Planbare Erträge bei akzeptabler Schwankungen machten sie zur klassischen Sicherheitskomponente. Dieses Bild gerät jedoch zunehmend ins Wanken.
Investoren agieren zurückhaltender, wegen weltweit hohen Staatsverschuldungen, stärkeren Kurs- und Wechselkursschwankungen und einer damit einhergehenden stärkeren Fokussierung auf heimische Märkte. Ohne die massive Nachfrage der Zentralbanken steigt die Abhängigkeit von anderen Investoren, die höhere Risikoprämien verlangen.
Damit stehen Staaten vor einer unbequemen Alternative: Entweder steigen die Zinsen weiter, um Käufer anzulocken, oder es kommt erneut zu verdeckten Finanzierungsformen wie finanzieller Repression oder einer Ausweitung der Zentralbankbilanzen. Für Anleger bedeutet dies, dass Staatsanleihen zunehmend strukturelle Risiken tragen und ihre Rolle als stabiler Portfoliobestandteil neu bewertet werden muss. Das ist schon einige Zeit zu beobachten und hat manche Alternativen wie Gold und Aktien teurer gemacht.
Aktienfonds als stabilisierende Alternative für konservative Anleger
Für konservative Anleger, die kurz- und mittelfristig eine möglichst geringe Schwankung anstreben, bedeutet eine Abkehr von Anleihen nicht zwangsläufig eine höhere Volatilität in ihrem Depot. Stattdessen kann eine gezielte Kombination unterschiedlicher Aktienfondsstrategien und vollkommen flexiblen vermögensverwaltenden Fonds für eine höhere Stabilität bei sich verändernden äußeren Bedingungen sorgen.
Entscheidend ist dabei die Diversifikation auf Strategieebene:
- Dividendenstrategien setzen auf Unternehmen mit stabilen Cashflows und regelmäßigen Ausschüttungen. Diese Erträge wirken ähnlich wie laufende Kupons bei Anleihen und können Kursschwankungen teilweise abfedern. Zudem reagieren dividendenstarke Titel häufig weniger empfindlich auf Marktturbulenzen.
- Value-Strategien investieren in unterbewertete Unternehmen mit soliden Bilanzen. Sie bieten tendenziell einen gewissen Puffer in Abwärtsphasen, da ein Teil der Risiken bereits im Kurs eingepreist ist.
- Growth-Strategien fokussieren sich auf strukturelles Wachstum. Zwar sind sie volatiler, bringen jedoch langfristiges Ertragspotenzial ins Portfolio und gleichen die defensiveren Strategien aus, ohne das Gesamtrisiko übermäßig zu erhöhen.
- Aktiv gemanagte Fonds mit Absicherungsstrategien nutzen Derivate wie Optionen oder Futures, um Marktrisiken gezielt zu begrenzen. In fallenden oder seitwärts laufenden Märkten können solche Strategien Verluste reduzieren und die Schwankungsbreite des Gesamtportfolios deutlich senken.
- Flexible vermögensverwaltende Strategien ermöglichen dem Fondsmanager eine freie Steuerung der Asset-Allokation ohne feste Quoten für einzelne Anlageklassen. Je nach Marktphase kann das Fondsvermögen, mit vollkommener Entscheidungsfreiheit bei der Gewichtung in Aktien, Rohstoffe aber auch Anleihen oder Bankguthaben investiert werden.
Durch die Kombination dieser unterschiedlichen Ansätze entstehen konträre Ertrags- und Risikoprofile, die sich gegenseitig teilweise ausgleichen. Phasen, in denen eine Strategie unter Druck gerät, werden häufig durch stabilere oder besser laufende Strategien kompensiert. Das Ergebnis ist eine geglättete Wertentwicklung, die insbesondere für konservative Anleger entscheidend ist.
Ersatzfunktion für Anleihen im Portfolio
Eine solche, strategisch diversifizierte Struktur kann die traditionelle Rolle von Anleihen übernehmen:
Statt nomineller Sicherheit und begrenztem Realertrag bieten diese Fonds reale, also von der Entwicklung des Geldwertes unabhängige Ertragschancen, aktive Risikosteuerung und eine höhere Anpassungsfähigkeit an veränderte Marktbedingungen. Für konservative Anleger entsteht so ein Portfolio, das trotz reduziertem Anleiheanteil eine kontrollierte Schwankung aufweist und gleichzeitig besser gegen Inflation und die in letzter Zeit zum Thema werdenden strukturellen Risiken klassischer Geldwerte geschützt ist.


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