Unsere Blog-Regeln

Mit dem Zugriff auf unsere Beiträge erkennen Sie rechtlich bindend unsere MaDrei-Blog-Regeln an und verpflichten sich zudem Beschränkungen bezüglich des Zugriffs aufgrund Ihrer staatlichen Zugehörigkeit oder Ihres Wohnortes oder andere, bedingt durch Sie betreffende Rechtsordnungen, Gründe, einzuhalten. Bitte beachten Sie hierzu auch unser Impressum.

Kategorien

5. September 2017 von Monika Spanner

Neue Steuerregeln für Fonds ab dem 01.01.2018

Was ändert sich für Fonds?

Die in Deutschland aufgelegten Publikumsfonds werden ab dem 01.01.2018 einem neuen Investmentsteuergesetz unterworfen. Dabei muss aus dem Fondsvermögen auf bestimmte inländische Erträge (Dividenden, Mieterträge und Gewinne aus Verkauf von Immobilien) 15 % Steuer gezahlt werden. Bisher wurde in Deutschland nur der Inhaber des Fonds besteuert. Zusätzlich dazu werden laufende Erträge und Gewinne bei Verkauf neu geregelt. Die Erfahrung aus anderen Ländern mit vergleichbaren Regelungen besagt, dass sich die neue Steuer kaum auf die Wertentwicklung durchschlagen wird.

Was ändert sich für Privatanleger?

Teilfreistellung

Ausschüttungen des Fonds und Gewinne der Anleger, die sich durch den Verkauf von Fondsanteilen ergeben werden teilweise von der Abgeltungssteuer freigestellt. Bei Aktienfonds liegt der steuerfreie Anteil bei 30 %, bei Mischfonds sind es 15 %, bei offenen Immobilienfonds 60 % und bei offenen Immobilienfonds, die ihren Anlageschwerpunkt im Ausland haben 80 %.

Vorabpauschale

Das deutsche Institut, bei dem die Fonds geführt werden, führt in Zukunft vom Konto des Kunden eine pauschale Steuer an das Finanzamt ab. Erstmals wird die Vorabpauschale am 01.01.2019 abgeführt. Die Vorabpauschale wird nur bei thesaurierenden und teilausschüttenden Fonds angewendet.

Für die Vorabpauschale wird zu Beginn eines Kalenderjahres z.B. 01.01.2019 für das vorangegangene Kalenderjahr (2018) der Basisertrag errechnet:

Basisertrag = 70 % des jährlichen Basiszinses x Rücknahmepreis der Fondsanteile zum Jahresbeginn des vorangegangenen Kalenderjahres (01.01.2018)

Bei thesaurierenden Fonds: Vorabpauschale = Basisertrag

Bei teilausschüttende Fonds: Vorabpauschale = Basisertrag – Ausschüttungen des letzten Kalenderjahres

Der Basiszins orientiert sich an der langfristigen Rendite öffentlicher Anleihen.

Die Vorabpauschale kann nicht negativ sein.

Wird der gehaltene Fonds verkauft, wird im Veräußerungsjahr keine Vorabpauschale berechnet. Der Anleger versteuert den Veräußerungsgewinn und darin sind die nicht ausgeschütteten Erträge enthalten.

Durch diese Reform wird die Steuererklärung für Anleger in ausländisch thesaurierende Fonds mit Depotstelle in Deutschland vereinfacht. Die Doppelbesteuerung wird vermieden, denn die deutsche Depotstelle verrechnet bei Verkauf der Fondsanteile die bereits besteuerte Vorabpauschale automatisch mit dem Veräußerungsgewinn.

Die Vorabpauschale kann auf unterschiedliche Weise eingezogen werden: Direkt vom Girokonto, einem anderen Einlagenkonto oder über einen Kontokorrentkredit. Der Einzug erfolgt nur wenn der Freibetrag von 801 € überschritten wird.

Der Abgeltungssteuersatz von (maximal) 25 % + Solidaritätszuschlag + Kirchensteuer bleibt bis auf weiteres erhalten.

Altregelung

Die Altregelung für vor dem 01.01.2009 gekauften Anteile, deren Kursgewinne bisher zeitlich unbeschränkt steuerfrei waren, wird zum 01.01.2018 durch einen Freibetrag auf solche Anteile von 100.000 € je Anteilsinhaber ersetzt. Die Gewinne bis zum 01.01.2018 bleiben steuerfrei. Die 100.000 € Freibetrag beziehen sich also nur auf danach entstehende Kursgewinne.

Fazit für Anleger:

Neue Fondsbesteuerung

Dem Nachteil, dass deutsche Fonds direkt besteuert werden und ab 01.01.2019 bei Depotführung in Deutschland aus Depots mit thesaurierenden und teilthesaurierenden Fonds zu Beginn eines Jahres Liquidität abfließt, steht der Vorteil der teilweisen Freistellung der Erträge gegenüber. Da gleichzeitig ausländische thesaurierende Fonds schon bisher wegen der Gefahr der Doppelbesteuerung eher selten in inländischen Depots gehalten werden und schon bisher ein Großteil der Fonds in den Depots nicht aus Deutschland stammen, sind diese neuen Regelungen für die Kunden der MaDrei überwiegend positiv. Dazu kommt, dass wir erwarten, dass einige eher offensive Mischfonds aus Deutschland, die bisher keine Anlagegrenzen hatten und thesaurierend waren, auf eine Anlagegrenze von 51 % Aktienanteil und Ausschüttung umstellen. Manche Häuser haben das bereits angekündigt, andere sind in der Umsetzung.

Altregelung

Gewinne aus großen Depots werden den Freibetrag von 100.000 € schnell aufbrauchen. Auch wenn durch Gestaltungsmöglichkeiten (wie der Schenkung von Altbeständen an Ehegatten und Kinder) dieser Freibetrag vervielfacht werden kann, sind Anleger mit großen Altbeständen in Zukunft deutlich schlechter gestellt. Positiv bleibt dabei nur festzuhalten, dass durch die Abschaffung der Altregelung auch die oft sehr großen Vermögen erreicht werden, die erreicht werden sollten. Gewinne aus Beteiligungen an für den vermögenden Anleger aufgelegten Spezialfonds entwickelten sich bisher bei Erwerb vor dem 01.01.2009 steuerfrei, was als ungerecht angesehen werden konnte.

Quellen:

https://www.bvi.de/fileadmin/user_upload/Bestellcenter/2017_BVI_Broschüre_Investmentsteuerform_Online_final.pdf

https://www.bvi.de/regulierung/investmentsteuern/investmentsteuerreform/haeufig-gestellte-fragen

https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Standardartikel/Bundesbank/Zinssaetze/basiszinssatz.html

https://www.sauren.de/media/fp_rechenkuenstler-gefragt_2017-05-31.pdf

Weiterführende Podcast:

https://www.bvi.de/regulierung/investmentsteuern/investmentsteuerreform/podcasts/

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Erforderliche Felder sind mit "*" markiert.Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Ich habe die Blog-Regeln verstanden und akzeptiere diese!

MaDrei-Blog-Regeln

  1. Mit dem Zugriff auf unsere Beiträge erkennen Sie rechtlich bindend die Regeln des MaDrei-Blogs an. Sie verpflichten sich diese Regeln einzuhalten und sind im Falle der Missachtung zur Leistung von Schadensersatz verpflichtet. Sollten Sie mit den folgenden Regeln nicht einverstanden sein oder Beschränkungen unterliegen, wie sie in Punkt b) näher erläutert werden, so ist Ihnen die Nutzung des MaDrei-Blogs nicht gestattet.
  2. Bestimmte Staaten haben Einschränkungen bezüglich der Verbreitung bestimmter Informationen (Information = „Texte, Bilder, Grafiken, Daten, Videos, Links, Präsentationen und jede andere Art von inhaltlichen Darstellungen“) über das Internet (z.B. USA, China, Russland usw.). Sollten Sie aufgrund Ihrer Nationalität oder Ihres Wohnortes diesen Einschränkungen unterliegen, wodurch ein Zugriff auf bestimmte Seiten für Sie rechtswidrig wäre, so ist Ihnen die Nutzung des MaDrei-Blogs ausdrücklich untersagt. Bitte informieren Sie sich VOR der Nutzung des MaDrei-Blogs über Ihren diesbezüglichen Status.
  3. Eine Anlageberatung kann und darf nur unter Berücksichtigung Ihrer Bedürfnisse erfolgen. Jegliche im MaDrei-Blog zur Verfügung gestellte Information dient dem allgemeinen und unverbindlichen Austausch über Finanzthemen. Eine Beratung kann und darf dieser Blog nicht darstellen. Insbesondere ist keine der zur Verfügung gestellten Informationen als Aufforderung zum Kauf, Halten oder Verkaufen von Wertpapieren zu verstehen. Wir weisen darauf hin, dass der Handel mit Wertpapieren erhebliche Risiken, bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals, beinhalten kann. Ohne fundiertes Fachwissen raten wir Ihnen ausdrücklich hiervon ab. Lassen Sie sich persönlich durch eine hierzu autorisierte Person beraten.
  4. Gewinne und Verluste aus dem Handel mit Wertpapieren unterliegen den nationalen Steuergesetzen und sind i.d.R. steuerpflichtig. Lassen Sie sich von einem Steuerberater diesbezüglich beraten. Im MaDrei-Blog gemachte Aussagen stellen keine Steuerberatung dar.
  5. Im MaDrei-Blog finden Sie Verweise und Links auf Webseiten Dritter. Zudem befindet sich die MaDrei AG auf sogenannten Social Media Plattformen. Auf die Inhalte der Seiten Dritter, sowie der Social Media Plattformen hat die MaDrei AG keinen Einfluss. Weder besteht ein Anspruch auf die Richtigkeit der Verweise oder Links, noch auf die Funktionsfähigkeit der Seiten sowie auf die Richtigkeit oder rechtliche Korrektheit deren Inhalte. Bei Kenntnis über unkorrekte Darstellungen jeglicher Art bitten wir Sie um eine entsprechende Information. Mit Verlassen der Domain madrei.de endet jegliche Verantwortlichkeit für angezeigte Inhalte.
  6. Sie verpflichten sich zur Einhaltung der im Netz üblichen Umgangsformen (Netiquette). Jegliche Art von persönlichen Beleidigungen, Schmähungen, rechtsradikaler oder sonstiger radikaler Stellungnahmen, sexueller Diskriminierungen, Gewaltverherrlichung und jeglicher anderer Meinungsäußerungen, die dazu geeignet sind andere Menschen in ihrer Persönlichkeit zu verletzen, sind zu unterlassen. Sie nehmen zur Kenntnis, dass solche Beiträge gelöscht werden und zum Ausschluss vom Blog führen können.
  7. Die im MaDrei-Blog zur Verfügung gestellten Informationen sind urheberrechtlich geschützt. Eine kommerzielle Verwendung durch Dritte ist ohne schriftliche Autorisierung durch die MaDrei AG ausdrücklich ausgeschlossen. Bei jeglicher anderer Verwendung ist stets der Autor bzw. Verfasser und die Quelle anzugeben. Das gilt auch für auf dem MaDrei-Blog zur Verfügung gestellte Informationen Dritter. Jegliche Urheber-, Patent-, Marken-, Eigentums- oder anderen Schutzrechte sind zu wahren.
  8. Die MaDrei behält sich vor jegliche Information des MaDrei-Blog zu einem beliebigen Zeitpunkt zu überarbeiten, zu ergänzen oder zu löschen. In keinem Fall besteht ein Anspruch auf Aktualität einzelner Beiträge, Überarbeitung oder Löschung auf Wunsch von Nutzern.
  9. Für jegliche Art von Information auf dem MaDrei-Blog wird eine Haftung ausgeschlossen. Insbesondere übernimmt die MaDrei keine Haftung für Richtigkeit, Vollständigkeit, Aktualität, Wahrheitsgehalt und Korrektheit der Informationen. Beiträge zu unseren Informationen stellen die Meinung des Schreibers dar. In keinem Fall kann die MaDrei AG für Beiträge Dritter haftbar gemacht werden. Die MaDrei AG überprüft und löscht unangemessene Beiträge zu nicht festgelegten Zeiten. Verantwortlich und haftbar bleibt in jedem Fall der Verfasser des Beitrages.
  10. Die MaDrei AG schließt jede Haftung gegenüber Nutzern des MaDrei-Blogs für Verluste von Finanzgeschäften jeglicher Art, Kosten jeglicher Art, Folgeschäden aufgrund des Besuchs von Drittanbietern (Links, Verweise) sowie Social Media Plattformen und sonstiger im Zusammenhang mit der Nutzung des MaDrei-Blogs stehenden Forderungen und Schäden aus. Sollten Schäden durch Manipulationen Dritter an unserem IT-System entstehen, so wird eine Haftung hierfür ebenfalls ausgeschlossen.
  11. Die Datenschutzerklärung der MaDrei AG, die Netiquette und das Impressum sind Bestandteil der Regeln des MaDrei-Blogs und zu beachten. Bitte nehmen Sie Kenntnis von diesen.
  12. Salvatorische Klausel: Sollten einzelne oder mehrere Regelungen ungültig, unwirksam oder widerrechtlich sein, so werden diese durch die im allgemeinen Geschäftsgebrauch üblichen Regelungen ersetzt. Im Übrigen behalten die anderen Regelungen in jedem Fall ihre Gültigkeit.

Stand 15. Mai 2015

Ich habe die Blog-Regeln verstanden und akzeptiere diese!
WP Twitter Auto Publish Powered By : XYZScripts.com