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11. Dezember 2020 von Richard Forsthofer

Jahresrückblick 2020

Jahresrückblick 2020

Wirtschaftliche Entwicklung

Sorgen sind ein gefährlicher Begleiter. Durch den dieses Jahr aufgetretenen schwarzen Schwan namens „Corona“ machen wir uns Sorgen. Wir machen uns Sorgen um die eigene Gesundheit und um die unserer Mitmenschen. Auch wirtschaftlich machten und machen sich viele Menschen Sorgen. Leider auch viele zurecht! Viele nahestehende Personen waren oder sind in Kurzarbeit, einige sind von Personalabbau betroffen und viele Unternehmen kämpfen um ihr Überleben. In vielerlei Hinsicht ähnelt das, was Corona mit der Welt macht, einem Krieg. Weil die Pandemie alle Staaten außerhalb Asiens sehr unvorbereitet traf, waren die Auswirkungen heftig.
Im zweiten Quartal 2020 ist das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) laut statistischem Bundesamt im Vergleich zum Vorjahr um etwa 10 % eingebrochen. Mit einem Rückgang von ca. 6 % auf Jahressicht rechnen Länder wie Deutschland, Japan, Russland, Brasilien und Indien. Die USA liegt leicht besser bei prognostizierten knapp 5 %. In der Euro-Zone sollte das BIP um etwa 9 % schrumpfen. Ausreißer ist China mit einem Wachstum von 1,4 %. Wenn man bedenkt, dass die Pandemie in Wuhan in China zuerst auftrat und dass China eine Exportnation ist, ein beachtlicher Wert.
Lag die Inflation in Deutschland Anfang des Jahres noch bei 1,7 %, ermitteln die Statistiker seit Juli eine Deflation. Die Preise sanken im November im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,3 %. Die höchste Deflation in der EU haben Zypern mit 2,9 %, Griechenland mit 2,3 % und Estland mit 1,3 %. Am anderen Ende der Skala liegen in Europa Länder, die den Euro noch nicht eingeführt haben, wie Ungarn mit einer Inflation von 4 %, Polen mit 3,7 % und Tschechien mit 3,5 %. Der starke Euro aber auch sinkende Exporte führten dort zu einer merklichen Geldentwertung, welche durch den auch dort gesunkenen Ölpreis nicht ausgeglichen wurde. In den USA wird für 2020 eine Inflation von gut 1,5 % prognostiziert. Der in diesem Jahr gegenüber dem Dollar starke Euro schlägt direkt auf die Wirtschaft und die Kaufkraft unserer Währung durch. Und er schafft Handlungsbedarf bei der EZB, die Deflation ebenso wie hohe Inflation verhindern soll.
Dieses Jahr gab es größere Bewegungen auf der Währungsseite. Nicht gegenüber den Währungen einiger Industrienationen wie Australien, China, Schweiz, Südkorea oder Taiwan. Zur Leitwährung US-Dollar (nachfolgend $) aber wertete der Euro gut 9,1 % auf! Signifikante Währungsentwertungen gegenüber dem Euro wurden in diesem Jahr auch in Schwellenländern wie Brasilien (36,6 %), Russland (26,5 %) und der Türkei (47 %) verzeichnet.

Eine Kuriosität ereignete sich am Öl-Markt. Mit knapp 62 $ pro Barrel startete der Preis der nicht nur in den USA üblichen Ölsorte WTI ins neue Jahr. Im April sank der Preis kurzzeitig auf unglaubliche unter null! Nur, um sich dann ab Juni bei um die 40 $/Barrel zu stabilisieren.
Der Goldpreis in $ stieg bis März an. In der sich ausbreitenden Krise verlor er Mitte März ca. 15 %. Die Angst, dass Staaten Ihre Goldbestände „versilbern“ war zu der Zeit scheinbar größer als die Flucht in die vermeintlich sichere „Währung“. Danach änderte sich die Meinung und im August erreichte Gold ein noch nie dagewesenes Hoch von 2.075 $. Inzwischen sank der Goldpreis wieder und liegt nun bei 1.835 $. In Euro auf Jahressicht ein Plus von etwa 14,5 %.

Aktienmärkte

An den Aktienbörsen begann das Jahr gut. Erst ab Mitte Februar reagierten sie auf die sich entwickelnde Pandemie. Nach minus 37 % im DAX und EuroStoxx 50, minus 35 % im Dow Jones, minus 30 % beim NASDAQ Composite und beim Nikkei225 (Japan) und lediglich minus 20 % im Hang Seng (China) wurde der Tiefpunkt etwa einen Monat später erreicht.
Direkt danach setzte die Erholung ein. Der MSCI World (als Performanceindex in Euro) liegt auf Jahressicht (10. Dezember bis 10. Dezember) 7,3 % im Plus. Vergleichbar entwickelte sich der Dow-Jones-Index (in $!). Der DAX liegt mit einem Plus von 1,7 % etwas über Vorjahresniveau. Der breite Europaindex Stoxx Europe 600 (Preisindex) verlor 3 %. In Asien stehen deutlichen Wertzuwächsen in den entwickelten Staaten wie Japan (14,3 %), Südkorea (31,4 %) oder auch China (Shanghai 15,7 %; Hang-Seng 0 %) Verluste in Indonesien (- 6,9 %), Malaysia (-11,5 %) und Thailand (- 4,5 %) gegenüber. Eindeutiger Sieger ist der NASDAQ Composite mit einem Plus von 43 % (alle Werte in Landeswährung).
Dass der NASDAQ Composite viel besser dasteht als andere basiert auf dessen Zusammensetzung. An der NASDAQ sind US-Technologieunternehmen gelistet. Da diese zu den großen Gewinnern der Krise wurden, können branchenübergreifende Indices nicht mithalten. Verlierer sind primär Fluggesellschaften, Öl- und Gasproduzenten, Hotels, Restaurants und alles, was mit Reisen, Event oder Kultur zu tun hat. Die mit Corona einhergehende Rezession hat aber fast alle Branchen getroffen, auch wenn es für diese Unternehmen – auch wegen der Staatshilfen – weit weniger schlimm kam als an den Börsen befürchtet.
Trotz der jüngsten Erholung sind die Aktienmärkte vieler Schwellenländer noch nicht bei den Vorjahreskursen angelangt. Im März verloren sie im Durchschnitt ca. 40 % ihres Wertes. Derzeit liegen viele noch deutlich im Minus.
Es gibt mehrere Gründe für die unterschiedliche Entwicklung. Entscheidend waren die massiven fiskalpolitischen Unterstützungsmaßnahmen der Industriestaaten. In Deutschland wurde für jedes Kind ein Coronageld von 300 € ausgezahlt, die Mehrwertsteuer auf 16 % bzw. 5 % gesenkt und zu direkten Unterstützungen der am stärksten betroffenen Unternehmen auch Kurzarbeitergeld gezahlt. Insgesamt sollen 156 Milliarden Euro Schulden zur Finanzierung des Nachtragshaushalts zur Bewältigung der Folgen der Corona-Pandemie aufgenommen werden. Die von mir wie anderen als politisches Ziel verhasste „schwarze Null“ wurde feierlich beerdigt. Das lange diskutierte und heute beschlossene Hilfspaket der EZB, mit dem vor allem Staatsanleihen aufgekauft und so den Staaten Corona-Hilfsmaßnahmen ermöglicht werden sollen, umfasst 1,85 Billionen €.
Mehr als zwei Billionen US-Dollar wurden in den USA für Corona-Hilfen bewilligt. Etwa ein Viertel davon kann für den Erwerb von Unternehmensschulden oder Kommunalanleihen verwendet werden. Für den Gesundheitssektor – insbesondere für Krankenhäuser – sind 100 Milliarden US-Dollar geplant. Darüber hinaus soll ein dreistelliger Milliardenbetrag in Form einer Steuergutschrift direkt an US-Bürger ausgeschüttet werden. Neben den staatlichen Maßnahmen griffen auch die Notenbanken tief in die Werkzeugkiste und zogen anhaltend tiefe Zinsen und weitere Liquidität heraus.
Die schwächere Entwicklung vieler Schwellenländer ist zum Teil mit der Abhängigkeit von in 2020 einbrechenden Rohstoffmärkten, aber vor allem mit der schlagartig einbrechenden Nachfrage aus Industrieländern zu erklären. Dazu haben die Zentralbanken der Schwellenländer nicht dieselben Möglichkeiten wie die FED oder die EZB und Schwellenländer müssen sich oft in Fremdwährung verschulden. Die eigene Währung wird schwächer und die Inflation steigt stark an, was auch im Inland eine Spirale nach unten in Gang setzt. Das ist allerdings weder überraschend noch neu.

Anleihemärkte

War vor einem Jahr eine negative Rendite auf 10-jährige Staatsanleihen noch fast ein Novum, ist es nun im Westeuropa normal geworden. Aktuell liegt z. B. Deutschland bei – 0,62 %, die Niederlande und die Schweiz bei – 0,54 % und Frankreich bei – 0,38 %. An der Nulllinie liegt weiterhin Japan. Als spekulativer eingeschätzte griechische und italienische Anleihen rentieren bei gut 0,5 %. Die 10-jährigen Staatsanleihen der USA bringen aktuell 0,93 % Rendite im Jahr.
Im August hatten Anleihen im Wert von 17 Billionen Dollar eine negative Rendite. Das ist ein Viertel der global ausstehenden Anleihen. Europa steht im Zentrum der negativen Zinsen. Käufer sind zum einen die EZB, aber auch Versicherungen und Pensionskassen, die in Euro-Anleihen anlegen müssen. Zum anderen kaufen auch Fonds solche Anleihen und erwirtschaften mit aktivem Management positive Renditen. Die bei Anleihen beliebte „Buy-and-hold“-Strategie, die zu dem Namen „Fixed Income“ geführt hat, ist Geschichte.
Anleihen aus Schwellenländern hatten durch Corona etwas andere „Themen“ als die stabilen und zur Hochzeit der Krise stark gestiegenen deutschen Staatsanleihen. Schwellenländeranleihen wurden im Frühjahr nur unmerklich billiger, erholten sich dann aber, obwohl die Finanzen dieser Staaten durch höhere Ausgaben und wegbrechende Steuereinnahmen stark in Mitleidenschaft gezogen wurden.
Wenn eine türkische Euro-Anleihe mit fünf Jahren Restlaufzeit und 4 % Rendite heute nur 1 % unter dem Stand von vor einem Jahr notiert, wirken die (vorhandenen) Risiken an den Aktienmärkten plötzlich vernachlässigbar. Ob sich die Krise für Anleger in exotischen Anleihen als Fiasko herausstellt, wird die Zukunft zeigen. Große Chancen haben sich jedenfalls in 2020 nicht ergeben. Die Sorge, ob die Finanzen von Staaten, die hohe zweistellige Inflationszahlen haben, Corona überstehen oder nicht, wird Anleger in exotischen Anleihen vermutlich noch einige Jahre begleiten.

Festgeld / Tagesgeld / Bausparen / Nachrangdarlehen

Derartige „Kapitalanlagen“ waren früher beliebt und sind – seit ich denken kann – uninteressant. Heute gibt es Bauspardarlehen, deren Zinsen weit über den Zinsen am Markt liegen. „Dafür“ bekommt man auch so gut wie keine Zinsen auf sein angespartes Geld. „Tagesgeldnomadentum“ – also die Umschichtung des Geldes zu Banken mit oft kurzfristigen Tagesgeldaktionen oder aus anderen Gründen geringfügig höherem Zins – das vor zwanzig Jahren beliebt war, gibt es nun in neuer Form (der in der Werbung präsenteste Anbieter nennt sich „Weltsparen“). Weil die Risiken erst hinterher bekannt werden, sollten Sie sich nicht damit beschäftigen! „Tagesgeldnomadentum“ wurde für die früheren „Nomaden“ spätestens mit der Pleite der Kaupthing-Bank 2008 zum Fiasko.
Ebenfalls an prominenter Stelle beworben werden Nachrangdarlehen aller Art. Bekanntester Anbieter sollte Exporo sein. Menschen sollen ihr Erspartes für Projekte bereitstellen, deren Initiatoren – trotz des Booms bei Immobilien – nicht ausreichend Geld von Banken bekommen oder dort einen realistischen, also einen wenigstens Faktor 2 höheren Preis zahlen müssten.
Die Bonität der Projektierer wird durch Risikokapital von Privatleuten ausgeglichen, die mit Ihrer Forderung hinter die Banken und vielleicht auch noch andere Gläubigern zurücktreten. Auch hier wendet man sich direkt an Kleinanleger. Vermutlich, weil Profis zwar vereinzelt solche Risiken eingehen, aber wesentlich mehr Risikoprämie verlangen würden.
Mit 23 Jahren Erfahrung als Profi am Kapitalmarkt erinnern mich die Projekte zum einen an geschlossene Fonds im neuen Gewand. Die bekanntesten sind Schiffsbeteiligungen, aber auch geschlossene Immobilienfonds gingen in der Regel „unter“. Zum anderen an die Schneeballsysteme der Vergangenheit. Dass Immobilien in Zeiten wie diesen keine Sicherheit bieten und dass ein auf viele Kleinanleger verteiltes Risiko für den einzelnen nicht kleiner sondern – auch wegen der oft mit diesem Geld großzügig umgehenden Initiatoren – größer ist, sollte jedem bewusst sein. Auch wenn die Pleite „prokons“ schon wieder fast sieben Jahre her ist. Sicher sind derartige Anlagen ganz sicher nicht!

Fonds

Es war ein Jahr für gemanagte Fonds! Wie zu erwarten, haben vermögensverwaltende Fonds die Schwankung im Februar und März deutlich abgeschwächt, marktneutrale von Februar bis April Gewinne erzielt und ein Großteil der reinen Aktienfonds ihren Index teilweise sehr deutlich geschlagen.
Die Suche nach den Ursachen führt nach Asien und dazu, dass viele Fonds rechtzeitig die von der Pandemie profitierenden Branchen weit übergewichteten. Techwerte waren die großen Gewinner der Krise. Kannten sie vor einem Jahr Zoom? Der Anbieter von Video-Kommunikation verfünffachte seither seinen Börsenwert. Auch das bescherte offensiven, weltweit anlegenden Fonds einen Anstieg um oft mehr als 40 %. Auch das Ergebnis eines Großteils der anderen Aktienfondskategorien war deutlich über dem, was zu erwarten gewesen wäre.
Breit anlegende Fonds, Europa und vor allem Asien waren beliebt. Noch mehr aber wurde alles nachgefragt, das Richtung ESG (also Environmental Social Governance oder einfach Nachhaltigkeit) geht. Egal ob Klimawandel, Energie, Mobilität oder Rohstoffe – alles wird jetzt nachhaltig. Weil die Produktgeber voll auf das Thema einsteigen und sich ganze Fondsgesellschaften zu Gunsten der Nachhaltigkeit in Ihrer Aktienauswahl einschränken, wird Nachhaltigkeit in Zukunft zu einer Selbstverständlichkeit.
Weil nicht jeder bereit ist, die Schwankung von Aktienfonds zu akzeptieren, war bei uns auch letztes Jahr die Nachfrage nach defensiven und ausgewogenen vermögensverwaltenden Fonds hoch. Zu den alten Bekannten kamen einige gute neue Fonds, was dafür sorgt, dass wir auch in diesem Segment immer besser werden. Streuung ist für den vorsichtigen Anleger sehr wichtig und wenn sich wie letztes Jahr fast alle gut oder sehr gut schlagen, entsteht ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis.
Kein gutes Jahr war es für die Unternehmen aus den von Corona am stärksten betroffenen Ländern, also fast allen Nicht-Industrienationen. Aber auch Value, also Fonds mit fundamental niedrig bewerteten Titeln, wurde von Corona besonders hart getroffen. Wenn von der Mine bis zum Laden weniger nachgefragt wird, sinkt der Wert aller an dieser Wertschöpfungskette beteiligten Unternehmen – zumindest vorübergehend.
Ambivalent war das Bild bei Rentenfonds. Für auf EURO-Land ausgerichtete Fonds war es mit einem Plus von 2 – 3 % nochmal ein eher gutes Jahr. Je exotischer ausgerichtet, desto größer war der Verlust mit diesen Fonds – wobei der Währungsverlust dramatischer war als die zum Großteil nur wenig nach unten gegangenen Kurse der Anleihen. War es vor Corona naheliegend, in Emerging Markets-Anleihen zu investieren, weil in den Industrieländern der Zins abgeschafft wurde, hat das im letzten Jahr – vor allem wegen des starken Euro – zu teilweise über 20 % Verlust geführt. Davon waren „unsere“ Anleger ebenso wenig betroffen wie vom Zusammenbruch einiger schon davor wenig liquider Märkte, der im Februar und März zu beobachten war.
Insgesamt war es 2020 wichtig, die richtigen Schwerpunkte zu setzen. Renditen über dem langjährigen Mittel waren trotz einer Krise unglaublichen Ausmaßes eher die Regel als die Ausnahme.

Fazit / Ausblick

Um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie einzudämmen, wurden bei der Neuverschuldung fast aller Staaten der Welt neue Rekorde erzielt.
Durch die Corona-Krise und deren Folgen wären Rezession und Deflation zu erwarten, wenn Zentralbanken und Regierungen nicht heftig reagieren würden um sich diesen Tendenzen entgegenzustemmen. Das war erfolgreich und auch deshalb ging die Krise bisher an vielen Kapitalanlegern und an allen, die uns die Betreuung ihres Vermögens anvertrauten, weitestgehend vorbei. Dass auch der stark steigende Euro nicht verhindern konnte, dass Aktienfonds ein gutes Jahr hatten, liegt daran, dass von dem vielen Geld, das Regierungen und Zentralbanken zur Pandemiebekämpfung bereitstellten, auch einiges an den Aktienmärkten ankam.
Starke Unterschiede gab es – über alle Anlageklassen – zwischen Industrienationen auf der einen und den Schwellenländern auf der anderen Seite. Aber auch innerhalb der Volkswirtschaften teilte sich arm und reich noch stärker als bisher in Abgesicherte oder von der Pandemie nicht Betroffene und Menschen ohne sicheren Job oder ausreichend Reserven, denen auch nur zum Teil vom Staat geholfen wurde.
Für börsennotierte Unternehmen sind Krisen so normal wie Boomzeiten. Sie reagierten auf geringere Nachfrage und stellten Menschen aus oder ganze Fertigungslinien oder Fabriken ein. Einige konnten ihre Produktion auch auf die jetzt nachgefragten Güter umstellen. Aktionäre wissen das und weil im Blick nach vorne auch diese Krise enden wird, haben sich die Aktienmärkte schnell erholt. Das aber auch, weil sich mehr und mehr rumspricht, dass 3 % Dividendenrendite mehr ist als 0 % Zins. Somit haben auch die noch uninteressanter werdenden Alternativen die Aktienmärkte befeuert.
Die nun entstandenen neuen Schulden können und sollten in den Industrieländern durch Inflation bei gleichzeitig niedrigen, von den Staaten zu bezahlenden Zinsen, abgetragen werden. Die Inflation muss keine zweistellige sein, 3 – 4 % würden bei gleichzeitig negativen Zinsen vollkommen ausreichen. Müssen die Bundesländer vielleicht trotzdem ihre Einnahmen erhöhen, bieten sich die sehr teuer gewordenen Immobilien an. Bisher hat der Anstieg der Grunderwerbsteuer in den letzten zehn Jahren von 3,5 % auf 5 – 6,5 % (Ausnahme Bayern) trotz Verdreifachung des Steueraufkommens dem Immobilienumsatz nicht geschadet. Vor allem bei der Immobilienbesteuerung steht ein Land nicht in Konkurrenz zu anderen Staaten. Die Anlageklasse Aktie ist zu Ende gedacht die Sicherste!
Das auch, weil – mit Blick auf den in 2020 zu starken Euro – Ausgabendisziplin in der Eurozone kontraproduktiv wirken würde. Der in den letzten Monaten gesehene Anstieg des Euro von über 9 % gegenüber dem Dollar und von über 4,5 % gegenüber dem japanischen Yen schadet den Unternehmen und damit der Beschäftigung in Europa. Das Gegenteil, also mehr staatliche Ausgaben, sind zu empfehlen und würden den Unternehmen den Anschub geben, der durch die Coronakrise erforderlich scheint.
2021 erwarte ich, dass sich der Trend hin zu Aktien statt zinsfreien Anleihen oder zinsfreiem Tagesgeld weiter fortsetzt. Auch wenn Einstiegschancen aufgrund der vom starken Euro befeuerten Deflation und den durch die starke Währung erschwerten Exporten möglich sind, sind die Herausforderungen von den Unternehmen gut zu stemmen.
Die Gewichtung einzelner Branchen und Länder ist dagegen weniger einfach. Preisfrage ist, ob und inwieweit die Zeit ein Jahr zurück gedreht wird. Im welchem Zeitrahmen und in welchem Umfang also Homeofficetage abgeschafft, Geschäfts- und andere Reisen wieder gemacht (oder sogar nachgeholt), in welchem Umfang von Netflix wieder auf Restaurant- und Clubbesuche umgestellt wird und wie wir einkaufen. Ich habe keine Antwort darauf, denke aber, dass – wie nach den Kriegen – die Chancen von Freizeit, Mode und Getränken steigen sollten. Gewinner werden vielleicht die sein, die übrig sind und rechtzeitig ausreichend Kapazitäten schaffen.
Der 2021 und sicher auch danach richtige Rat für einen Anleger ist: setzen Sie auf Vielfalt! Mit der Entscheidung für aktiv gemanagte Fonds haben Sie sich dazu Zugang verschafft. Wir helfen Ihnen dabei, Ihr Portfolio nach Ihren Bedürfnissen und Ihren Zielen zu gestalten. Wir übermitteln Ihnen Vorschläge und begründen, welche Anlageklassen mit welcher Gewichtung genau für Sie richtig sind. Wir sind auch im Jahr 2021 wieder gerne für Sie da!

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Stand 15. Mai 2015

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