29.01.2016 von Richard Forsthofer

Neues von der Messe

Wie jedes Jahr fand auch 2016 in der letzten Januarwoche in Mannheim der Fonds-Messekongress statt. Über zwei Tage und 12 Konferenzräume kann sich das Fachpublikum bei 210 Fachvorträgen überwiegend direkt bei den Fondsmanagern über die Fonds aber auch über deren Marktmeinung informieren. Dazu stellen 220 Gesellschaften bei der mit weitem Abstand größten Messe der Branche aus.

Interessant ist, wie weitgehend der Konsens der Fondsmanager auf dem ersten Blick zu sein scheint. Die Häuser erwarten für 2016 „schwieriges Fahrwasser“, ein problematisches Jahr oder drücken es etwas anders aus, dass der Anleger mit geringen Renditen zufrieden sein soll. Als Alternative zu Aktien werden High-Yield-Bonds, vor allem aber US-Staatsanleihen gesehen. Trends der diesjährigen Messe waren „Low Volatility“ und „Liquid Alternatives“. Das Angebot an den zu diesen Themen passenden Fonds, die vollkommen oder weitestgehend unabhängig von den Märkten agieren und Gewinne erwirtschaften können, wird mehr und das entspricht dem Interesse vieler Investoren.

Ebenfalls Konsens ist ein starker Dollar. Die Parität zwischen Euro und US$ wäre nach Ansicht vieler Volkswirte nur ein Zwischenschritt. Wegen dieser Grund“wahrheit“ wird ein sehr schweres Jahr für Emerging Markets erwartet. Staatspleiten sind 2016 aus deren Sicht wahrscheinlich. Negativ wird auch gesehen, dass Ölstaaten bei Aktien als Verkäufer auftreten könnten, um den Staatshaushalt auszugleichen. Entwickelte Märkte werden deutlich präferiert.

In Europa wird sich nach Ansicht aller die EZB 2016 höchstens etwas in die noch expansivere Richtung bewegen. Der Brexit, also der Austritt Englands aus der EU, wird allgemein für unwahrscheinlich gehalten.

Yanis Varoufakis wollte über Griechenland am liebsten gar nicht reden. Das Land ist unwichtig und sollte es aus seiner Sicht auch bleiben. Er hält es in Europa für entscheidend, die drei Billionen an Sparvermögen in arbeitendes Kapital zu verwandeln. Dazu muss der Zins auf Spareinlagen weg und der negative Zins so lange angehoben werden, bis das passiert. Die Deutsche Bank verliert andererseits durch die Nicht-Weitergabe der negativen Zinsen jedes Jahr einen dreistelligen Millionenbetrag. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die im institutionellen Bereich üblichen Negativzinsen auch an Endkunden weiter gegeben werden.

Allgemein positiv gesehen wird Gold, teilweise auch Gold- und Mienenwerte. Interessant finden viele Aktienfondsmanager Öl und deren Produzenten, weil dort die Märkte übertrieben haben. Konsens war, dass Manager vermögensverwaltender Fonds die Anleihen von Mienen- und Ölwerten höchst interessant finden.

Es stellt sich die Frage, wie oft der Konsens auch geeignet gewesen wäre, Anlageentscheidungen danach auszurichten. Dass die aufgeblähte Verschuldung der USA massiv auf die ganze Welt verteilt werden soll, irritiert. Im zehnjährigen Bereich liegt der Zins darauf bei etwa 2 %. Die übliche Inflation, die derzeit nur durch das extrem billige Öl unten gehalten wird, liegt darüber. Aus unserer Sicht bleibt es riskant, die Strategie nach (vermeintlichen) Marktveränderungen auszurichten.

Aktien sind nicht nur inflationsgeschützt, sondern auch wegen der im Schnitt höheren Dividendenrendite schon heute wesentlich interessanter als sichere Anleihen. Gelegenheiten in High-Yield-Anleihen oder auch bei US-Anleihen werden von aktiven Fondsmanagern genützt.

 

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