12.12.2016 von Richard Forsthofer

Jahresrückblick 2016

Anleihenmärkte

Anleihen bewegten sich 2016 von Blasenbildung zu Salamicrash. Die Eingriffe der Zentralbanken zeigten vor allem Anfangs Wirkung, was aber eine hohe Volatilität bei insgesamt durchwachsener Entwicklung nicht verhindern konnte.

Insgesamt war das letzte Jahr von einer Trendwende bei den Zinsen in den USA geprägt. Am 16. Dezember 2015 erhöhte die Fed die Zinsen auf 0,25 – 0,5 %. Die EZB senkte den Leitzins im März auf 0,00 %. Das wirkt nur auf den ersten Blick logisch. Auf den zweiten Blick soll auch irgendwer die Anleihen kaufen. Der Zinsunterschied führt dazu, dass europäische Anleihen unattraktiv werden, was den Druck auf die EZB, Anleihen europäischer Emittenten zu kaufen, stark erhöht hat. Wie ein Exit aus der Spirale aussehen könnte, zeigt die Entwicklung in den USA, die ihre Verschuldung nach einer Konzentration auf die Fed aktuell wieder weltweit verteilen kann.

An einer Zinswende, die dazu führen könnte, dass europäische Anleihen auch für Anleger interessant werden, hindert die EZB vor allem das steigende Risiko eines auseinanderfallenden Euros.

Gewinne oder geringe Verluste waren 2016 vor allem bei auf Fremdwährungen lautenden unternehmens- und exotischen Anleihen mit merklichem Ausfallrisiko zu verzeichnen. 10-jährige US-Staatsanleihen legten in US-$ bis Jahresmitte 6 % zu, bevor sie dann über 10 % verloren. Insgesamt liegt der Verlust bei ca. 3 %. Dies natürlich vor allem wegen der für diesen Dezember erwarteten Anhebung des Leitzinses. Anleihen des Bundes bewegten sich ähnlich, nur etwas weniger ausgeprägt. Auf ca. 7 % Anstieg bis Juli folgte ein ebenso hoher Rückgang.

Für die Zukunft interessant wird die Entwicklung des Ratings. Eine Umkehr des AAA für Deutschland und des AA+ für die USA scheint mir wahrscheinlich.

Banken können sich weiterhin umsonst bei der EZB Geld leihen. Institutionelle Investoren, zu denen Fonds gehören, zahlen in Europa Strafzins, wenn sie Geld parken.

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