06.07.2017 von Monika Spanner

Halbzeit - 2017

  • Inflation in Deutschland erreicht 2,2 % im Februar
  • Leitzinsen noch bei 0 %, Draghi erwägt Zinswende Ende des Jahres
  • Risikofaktor Anleihe erhöht sich
  • Aktien legen zu, mit kleinerer Konsolidierung im Technologiebereich
  • Die Niederlande und Frankreich entscheiden sich – Pro-Europa
  • Laut aber nicht viel umgesetzt – Trump
  • Gold und Öl taumeln

Die Inflation ist innerhalb des letzten Jahres angesprungen. Im November 2016 lag sie in der EuroZone noch bei 0,6 %, im Dezember schon bei 1,1 %, ihr Hoch von 2,0 % erreichte sie im Februar 2017 (Inflations-Chart EuroZone). Die Inflationsraten in Deutschland sind leicht höher. Im Spitzenmonat Februar erreichte sie 2,2 % (Inflations-Chart Deutschland).

Wenn die Inflation betrachtet wird, sollte gleichzeitig die Zinsstruktur betrachtet werden. Die Leitzzinsen der EZB haben sich seit dem 16.März 2016 nicht verändert und liegen bis auf weiteres bei 0 % (Leitzinsentwicklung: 1999 – Mai 2017). Aussagen von Mario Draghi lassen darauf schließen, dass eine Zinswende Ende 2017 eingeleitet werden könnte. Die Märkte reagierten prompt darauf und ließen den Euro auf ein Jahreshoch von 1,144 gegenüber dem USD steigen.

Die Zinswende könnte für manch einen Anleihenanleger böse enden. Die richtige Auswahl, das aktive Management dieser komplexen Produkte ist entscheidend. Anleihen bestehen nicht nur aus Kupon und Rückzahlung zu 100 %. Fallstricke wie Bewertung, Zinsstruktur, Inflation, Duration, Ausfallrisiko, Illiquidität etc. werden oft nicht beachtet. Deswegen sehen wir im Besonderen Risiken bei manchen Renten und auch Renten-ETFs.

DAX und Dow Jones sind von Jahresbeginn bis 30.06 um circa 7 % gestiegen. Die Aktienmärkte in den USA und Europa wurden leicht durchgeschüttelt aufgrund einer Analyse eines Goldman Sachs Mitarbeiters, der fand das Technologiewerte überbewertet seien. So gab Apple gegenüber seinem Höchststand im Mai bis heute ca. 12 % ab. Ähnliches geschah mit Alphabet, das im Juni seinen Höchststand hatte und bis heute ca. 10 % abgab. Wird die NASDAQ betrachtet hat sich aber nicht viel getan, diese gab von Mai bis Juni nur ca. 3 % ab. Von einer Konsolidierung kann deswegen fast nicht gesprochen werden. Der langfristige Ausblick für Unternehmen ist weiter positiv. Einkaufsmanagerindizes und Absatzzahlen sind positiv.

Auf Anleger, die in Euro denken und in US$ notierte Anlagen investieren, hat sich ein Anstieg des Euro zum US$ von 7,5 % negativ ausgewirkt. Aktien der Dollar-abhängigen Regionen sind aber oft mehr gestiegen als der US$ zu Euro abgab, während man mit Anleihen aus diesen Regionen Verluste zu verzeichnen hatte.

Das gesamtwirtschaftliche und auch politische Umfeld ist stabil. Euphorie ist gleichzeitig nicht zu spüren. Es wird auf neue Impulse gewartet. Vielleicht kommen sie mit der Bundestagswahl im September. Die vorgestellten Wahlprogramme der beiden großen Parteien haben dies noch nicht vollbracht. Erhalten des Status quo mit Reförmchen ist bisher die Ansage.

Politisch konnten so manche Europa-Fallstricke aus der Welt geräumt werden. Die Niederlande und Frankreich haben sich klar für Pro-Europa entschieden. Ganz anders als die Briten. Theresa May wollte Ihre Macht ausbauen, verlor aber und musste eine Minderheitsregierung bilden. Wie der Brexitkurs aus Ihrer Sicht aussieht ist bis heute noch immer nicht klar.

Blicken wir über den Atlantik sehen wir einen Mann der Reformen versucht durchzusetzen. Die Gesundheitsreform ist vorerst gescheitert. Wobei das Gesundheitswesen Veränderung bräuchte. Steuersenkungen wurden bisher noch nicht durchgeführt. Einfuhrzölle sind eher noch Drohung als Wirklichkeit. Die Infrastrukturpläne liegen ebenso noch in der Schublade des Präsidenten. Summa Summarum, viel Geschrei und wenig dahinter.

Gold in US$ ist seit Jahresanfang gestiegen. Hier hat sich der Euroanstieg voll ausgewirkt. Klare Trends sind nicht zu erkennen.

Der Ölpreis schwankte um die 50 $ pro Barrel. Spannungen um Katar ließen ihn innerhalb von Tagen auf 44,474 $ pro Barrel fallen. Ende Juni waren es schon wieder fast 50 $ pro Barrel. Viele unterschiedliche Faktoren beeinflussen den Ölpreis. Das Angebot aus den USA wurde erweitert, gleichzeitig scheint die OPEC auf einen Konsens gekommen zu sein. Vorhersagen wie es weitergeht sind eher schwierig.

Sinnvolle Anlage ist nicht einfach. Einzelne Details und deren Analyse führten in der Vergangenheit und sicher auch in der Zukunft nicht zum Ziel. Alle bekannten Informationen sind üblicherweise in den Kursen schon enthalten. Wir beobachten und überlegen wie wir uns mit Ihnen am besten aufstellen, um den zukünftigen Risiken aus dem Weg zu gehen und wie wir zusammen Chancen nützen können. Funktioniert das von heute auf morgen – nein. Wir denken langfristig.

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