01.09.2017 von Monika Spanner

Deutsche transferieren Milliarden zu ausländischen Banken

Das Handelsblatt berichtete Mitte August über Zinsportale. Dabei standen, meines Erachtens die Vorteile dieser Portale im Vordergrund, Risiken und die im Vergleich dazu geringe Rendite wurden verharmlost.

Handelsblatt Artikel: http://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/vier-milliarden-fuer-weltsparen-zinsportale-geben-gas/20199116.html

Eines dieser Zinsportale ist Weltsparen. Dieses ermöglicht seinen Kunden, ihr Geld bei europäischen Banken anzulegen. Vor allem Kunden aus Deutschland versuchen den niedrigen Zinsen zu entfliehen und wollen in anderen europäischen Ländern mit höherem Zinsniveau ihr Geld bei lokalen Banken anlegen.

Dass Weltsparen bereits 4 Mrd. € einsammeln konnte suggeriert, dass diese Anlage nicht schlecht sein kann, da viele andere Menschen es auch machen. So einfach sollten Anlageentscheidungen aber nicht wegen „ein paar Prozentpunkte“ getroffen werden. Der Herde sollten Sie als Anleger nicht immer folgen.

Am Ende des Handelsblatt Artikels steht: „Herbst sieht das pragmatisch: „Ich persönlich würde mein Geld auch nicht auf zehn Jahre in osteuropäischen Ländern anlegen. […] Zudem seien inzwischen auch 30 Prozent der Angebote vorzeitig kündbar, sodass die Kunden ihr Geld zurückbekommen, wenn ihnen die Anlage nicht mehr geheuer ist.“

Daraus spricht eine Menge Unwissenheit über das Bankwesen. Wie in Island, Zypern oder bei Bankpleiten in den USA gesehen, passiert alles, was zu einem Run auf die Banken führen könnte, am Wochenende oder wenigstens nach Schalterschluss. Am Tag darauf ist es zu spät, zu reagieren. Dass ein deutscher Sparer schon wegen Entfernung und Sprache zuletzt darauf reagieren wird, scheint mir offensichtlich.

Geheuer ist hier das richtige Wort. Geheuer wäre mir als Privatanleger eine solche Anlage nicht.

Schieflagen von Banken und auch Länder können von heute auf morgen passieren. Erst wieder gesehen am Beispiel von Air Berlin. Dass es der Fluggesellschaft nicht gut geht wusste jeder, dass sie Mitte August Insolvenz anmelden wird wusste niemand. Eine Lösung für den Privatanleger wurde von den Zinsportalen für den Fall einer Schieflage der Banken gefunden: „Wenn ein Land und sein Bankensektor tatsächlich mal in Schieflage geraten, wird in diesem überschaubaren Zeitraum sicherlich die EU einspringen.“ Banken sind Unternehmen und sie werden nicht immer vom Staat gerettet. Vielleicht gerade dann nicht, wenn sie „stupid german money“ zurückzahlen müssten. Bisher wurden nur systemrelevante Banken gerettet, Lehman Brothers war keine davon. Können Sie entscheiden ob die z.B. bulgarische Bank, bei der Sie ihr Geld anlegen, systemrelevant ist oder von der EU als nicht systemrelevant eingestuft wird?  

Deutsche haben mit sehr viel Geld in Schiffe, Flugzeuge, Solaranlagen, Immobilien aller Art aber auch in gebündelten Immobilienkrediten und weit weniger exotischen Anlagen verloren. Allen großen Verlusten gemein war ein gewisser Run auf diese wenig transparenten Anlagen. Allein der Run sorgte für ein baldiges Ende, weil Geld für die Anbieter allzu verfügbar und sinnvolle Anlagen damit kaum möglich waren. Jetzt werden sinnfrei wenige Banken Osteuropas mit viel deutschem Geld überschwemmt.

Lassen Sie sich nicht verführen, meines Erachtens ist das Risiko viel zu hoch für die versprochene Rendite. 

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